Deutsches Buchbindermuseum e.V. im Gutenberg-Museum Mainz
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Die Herstellung eines Handeinbandes

Die Herstellung eines modernen Handeinbandes erfolgt in mehreren, nacheinander abfolgenden Schritten. Zuerst wird der gesamte Buchblock fertiggestellt, d.h. geheftet, beschnitten, der Schnitt angebracht und das Kapital gestochen.
Im darauf folgenden Arbeitsgang werden die Deckel und der Bezug angesetzt und bezogen. Die Deckel- und Rückenverzierung mit z.B. Blinddruck oder Vergoldung beendet die Arbeiten.



Die Arbeiten am Buchblock

Die vom Drucker angelieferten Bögen werden beim Buchbinder zu Lagen gefalzt und in der richtigen Reihenfolge zusammengestellt.
Die extra gefertigten Vorsätze werden dem Lagenstapel oben und unten zugefügt. Der Buchblock kann jetzt auf der Heftlade mit Nadel und Faden geheftet werden.
Der geheftete Buchblock wird am Rücken eingekleistert, nach dem Trocknen am Vorderschnitt beschnitten, und anschliessend gerundet.
Der in die Presse gespannte und abgepresste Rücken wird zum Schluss noch mit Textil oder Papier hinterklebt, damit er seine Form behält.
Kopf und Fuss des Buches sind nach dem Beschneiden und Runden zur Verzierung bereit – auf jeden Schnitt kann z.B. ein Farb- oder Goldschnitt angebracht werden. Nach diesem wird das Kapital gestochen.



 

 



Die angesetzten Deckel mit den aufgefächerten und aufgeklebten Bünden

Die Arbeiten an der Buchdecke

An den fertiggestellten Buchblock wird beim Handeinband - im Gegensatz zum industriellen Einband - die Decke angearbeitet und nicht extra gefertigt.

Die Pappdeckel werden zugeschnitten und über die Bünde mit dem Buchblock verbunden. Jene können entweder durch den Deckel durchgezogen und verklebt oder nur auf dem Deckel aufgefächert aufgeklebt werden.Danach bezieht man die Deckel. Im vorliegenden Beispiel ist ein Halblederband mit Buntpapierbezug anzufertigen. Das geschärfte, d.h. an den Rändern und Scharnieren ausgedünnte Leder wird eingekleistert und der Rücken des Buches damit bezogen. Bei diesem Arbeitsgang fertigt man zudem die Häubchen (d.h. den Lederumschlag an Kopf und Fuss) und arbeitet die Bünde am Rücken mit einer Schnur oder Bündezange heraus. Nach dem Trocknen ist der Bezug fest mit dem Buch verbunden. Beim Halbband müssen jetzt noch die Lederecken oder Kantenstreifen sowie der Papierbezug aufgeklebt werden.



Die Verzierung der Decke

Erst wenn das Buch vollständig bezogen ist, kann man mit der Verzierung der Decke (Vorder-, Rückdeckel und Rücken) beginnen. Vergoldung, Blindprägung oder Lederauflage sind dabei die wichtigsten Ziertechniken.

 

Einledern, fertige Buch, Buchrücken


Der industriell gefertigte Einband


Die Arbeitsabläufe eines industriell gefertigten Einbandes lassen sich in ihrer Abfolge folgend beschreiben:

  • Zusammentragen der Lagen
  • Fadenheften oder Klebebinden des Buchblockes
  • Buchrückenbeleimung und Trocknung
  • Dreiseitenbeschnitt
  • Buchrunden und -abpressen
  • Buchschnitt färben
  • Buchblock begazen, kapitalen, hinterkleben und hülsen
  • Fertigung der Buchdecke als eigenständige Arbeitsstrecke (incl. Prägen der Decke)
  • Bucheinhängen
  • Buchformen und -pressen
Industrielle Buchdeckenfertigung

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