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Goldschläger bei der Arbeit

Vergoldung und Vergoldewerkzeuge

Unter der Vergoldung von Bucheinbänden versteht man das Aufdrucken oder Aufprägen von Blattgold oder Goldfolien mit erhitzten Stempeln, Rollen oder Platten auf das Einbandmaterial (Leder, Pergament, Papier, Textil). Die Vergoldung kann von Hand oder als sogenannte Pressvergoldung z.B. mit einer Kniehebelpresse ausgeführt werden.

 



Die Werkzeuge der Vergoldung

Die Werkzeuge beim Vergolden sind Stempel, Rolle, Platte und Schriftkasten incl. den verschiedenen Schriften. Alle Werkzeuge sind aus Messing oder Bronze gefertigt und besitzen einen hölzernen Griff. Die Stempel zählen zu den ältesten Werkzeugen, da ihr Abdruck – ebenso wie bei Platten oder Rollen – auch blind auf das Leder gedruckt werden konnte. Sie sind schon auf karolingischen Einbänden anzutreffen, wohingegen sich Platten erst ab dem 13. Jahrhundert auf Einbänden nachweisen lassen.

Die leicht gebogenen, länglichen Fileten, mit denen sich der Buchrücken besonders gut vergolden liess, bekamen erst im 17. Jahrhundert in Frankreich ihre endgültige Form.



Das Blattgold und die Goldschlägerei

Vergoldet wird mit Blattgold, d.h. etwa 0,00011 mm bis 0,00014 mm starken Goldblättchen, welche der Goldschläger in einem langwierigen Arbeitsprozess herzustellen wusste.
Das zu immer dünneren Blechen ausgewalzte Gold wurde anschliessend zwischen Goldschlägerhäutchen aus Pergament von Hand so dünn geschlagen, wie für die Vergoldung notwendig war.

Vergoldekissen und Vergolden


Die Handvergoldung

Das Gold wurde vom Vergolder oder Buchbinder mit einem Anschiesser (ein breiter Dachshaarpinsel) aus dem Goldbüchel auf das Goldkissen gelegt. Dort konnte es mit dem Goldmesser auf die benötigte Größe geschnitten werden. Zuvor wurde der Entwurf (Linien, Bögen und Stempel) auf das Leder des Einbandes übertragen und blind vorgedruckt. Anschliessend wurden die Vertiefungen mit Eiweiss als Bindemittel grundiert und das Gold darauf gelegt.
Zum Schluss drückte man mit dem erhitzten Werkzeug genau in die selbe Stelle wieder ein, sodass das Gold nur an den grundierten Stellen fest haftete – der Rest wurde weggebürstet.



Pressvergoldung

Bei dieser Art der Vergoldung wurden Messingklischees an beheizbare, große eiserne Pressen befestigt und das zu vergoldende Teil mit einem Schlitten unter die heißen mit Goldfolie bedeckten Klischees gefahren. Ein kurzer Hebeldruck genügte, um beide Teile zusammen zubringen und die Prägung auszuführen.  In den Einbandvitrinen sind verschiedene Beispiele der Hand- und Pressvergoldung zu sehen.

Maschinen für die Vergoldung

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