Der Renaissance Einband
Der Renaissance Einband mit seinen Frühformen in Italien und Ungarn Ende des 15. Jahrhunderts und bis zum Ende des 16. Jahrhunderts in seinen jeweils typischen Ausformungen in Frankreich, Italien und Deutschland.
Kleinere Formate, Pappdeckel, der Wegfall von Schliessen und Beschlägen sowie das Aufkommen der Vergoldung im Zusammenhang mit völlig neuen Ornamenten und Dekorationen (wie z.B. Bandwerk und Arabesken) grenzen die Einbände der Neuzeit von spätgotischen Einbänden deutlich ab.
Der Wechsel fällt jedoch in den verschiedenen Ländern unterschiedlich aus. Während die Merkmale des spätgotischen Buches und seiner Einbandgestaltung in Italien und Frankreich relativ schnell verschwinden, hält sich im Gebiet des Deutschen Reiches der traditionelle Holzdeckeleinband z.T. noch bis in das 18. Jahrhundert hinein. Als blindgeprägter Schweinsledereinband mit typischen Rollen und Platten wird jener zu einem Archetypus des deutschen Renaissance Einbandes.
Typische Stempel dieser Zeit sind – neben den deutschen z.B. Luther- oder Justitia Platten und Porträt-Rollen – unter anderem Aldusblätter, Maureskenplatten oder die verschiedenartigen Arabeskenstempel.