Deutsches Buchbindermuseum e.V. im Gutenberg-Museum Mainz
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Beispiel für einen modernen Künstlereinband des 20. Jh.


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Einbände von der Spätgotik bis ins 20. Jh.

Der historische Einband kann – wie viele andere Objekte des Kunsthandwerks auch – durch seine jeweils charakteristische Verzierung und Gestaltung einer bestimmten Zeit, einer geographischen Region oder im besten Fall sogar einer bestimmten Werkstatt bzw. Meister zugeordnet werden. Dabei erfolgt die Bestimmung hauptsächlich über die verwendeten Stempel, Platten und Rollen.
Technische Aspekte und Überlegungen zum Material bzw. der Materialbearbeitung müssen zusätzlich noch herangezogen werden und runden das Bild ab.

Folgende wichtige Hauptgruppen von Einbänden lassen sich dabei unterscheiden.

 



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Der Renaissance Einband

Der Renaissance Einband mit seinen Frühformen in Italien und Ungarn Ende des 15. Jahrhunderts und bis zum Ende des 16. Jahrhunderts in seinen jeweils typischen Ausformungen in Frankreich, Italien und Deutschland.
Kleinere Formate, Pappdeckel, der Wegfall von Schliessen und Beschlägen sowie das Aufkommen der Vergoldung im Zusammenhang mit völlig neuen Ornamenten und Dekorationen (wie z.B. Bandwerk und Arabesken) grenzen die Einbände der Neuzeit von spätgotischen Einbänden deutlich ab.
Der Wechsel fällt jedoch in den verschiedenen Ländern unterschiedlich aus. Während die Merkmale des spätgotischen Buches und seiner Einbandgestaltung in Italien und Frankreich relativ schnell verschwinden, hält sich im Gebiet des Deutschen Reiches der traditionelle Holzdeckeleinband z.T. noch bis in das 18. Jahrhundert hinein. Als blindgeprägter Schweinsledereinband mit typischen Rollen und Platten wird jener zu einem Archetypus des deutschen Renaissance Einbandes.
Typische Stempel dieser Zeit sind – neben den deutschen z.B. Luther- oder Justitia Platten und Porträt-Rollen – unter anderem Aldusblätter, Maureskenplatten oder die verschiedenartigen Arabeskenstempel.

 



Einband 17. Jh.

Einbände des 17. Jahrhunderts

Die Einbände des 17. Jahrhunderts sind technisch im Vergleich zu Renaissance Einbänden nicht zu unterscheiden. In den Dekorationen und Stempelformen hingegen setzen sich neue Elemente durch. Von dem stilbildenden Land Frankreich kommend, werden die Fanfare-, Sémé- und Pointillé-Einbände resp. Stempel neu geschaffen und in ganz Europa aufgenommen. Daneben setzt sich in Italien und Deutschland der sogenannte Fächerstil durch.



 

 

 

 



Einband 18. Jh.

Einbände des 18. Jahrhunderts

Die Einbände des 18. Jahrhunderts werden – technisch gesehen – feiner.
Man legt zudem Wert auf exquisite Lederverarbeitung und akurate Vergoldung. Beides wird in den sogenannten Ledermosaikeinbänden in Frankreich zur Perfektion gebracht. Stilistisch treten neben die Elemente und Ornamentformen des 17. Jahrhunderts (wie z.B. Fanfare, Pointillé oder Fächerelemente), die Anordnung und Ausführung à la Dentelle (Spitzenmuster) sowie Stempel mit Schäfermotiven (à la Pastorale) und Rokoko-Ornamenten (Gitternetz, Muscheldekor und Rocaillen.
Daneben breitet sich der klassizistische Stil in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert von England kommend auf dem Kontinent aus, und steht neben den verspielten Elementen des Rokoko.

 



Einband 19. Jh.

Einbände des späten 18. bis zur Mitte des 19. Jh.

Die Einbände des späten 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zeigen eine immer schnellere Stilfolge mit dementsprechenden Überlagerungen. Klassizistische und romantische Einbände stehen neben Kathedralen- und Restaurations Einbänden. Historische Wiederentdeckung und Rückgriffe auf alte Stilelemente treten hinzu.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verdrängt der Verlegereinband die bis dahin üblichen Handeinbände. Die beginnende industrielle Buch- bzw. Einbandfertigung lässt die Gestaltung der Einbände vom Graphiker und nicht mehr vom Buchbinder vornehmen.
Das Handwerk verlegt sich auf historisierende und ekklektizistische Einbände. Die Technik des Franzbandes wird zur Perfektion gebracht, während die Vergoldungen etc. sich an der Exaktheit maschineller Prägung messen müssen.

 

 



Handeinband von Otto Dorfner

Einbände ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. bis zum Anfang des 20. Jh.

Die Einbände ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Anfang 20. Jahrhundert sind im handwerklichen Bereich gekennzeichnet von einer Rückbesinnung à la Historismus und einem bewussten Neubeginn in der Art des Jugendstils. Die Wiederbelebung von handwerklichem Können und Gestalten schafft mit dem Jugendstil die letzte verbindliche Dekorationsform. Der darauf folgende Einband ab den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wird durch Schulen und einzelne Buchbinder, nicht mehr durch klare Stilelemente geprägt.


hier kann noch ein bild rein
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